DIE LINKE: Wie weiter?

Trotz einer historischen Wahlschlappe konnte sich DIE LINKE bei der Bundestagswahl 2021 wenigstens über Direktmandate in den Deutschen Bundestag retten. Sie wird also weiterhin da sein, um existenzielle Themen wie soziale Gerechtigkeit, Stoppen des Mietenwahnsinns und andauernde Diskriminierung und Benachteiligung immer wieder auf die Tagesordnung setzen. Das ist gut und wichtig.

Als Kreisvorsitzender, einfaches Partei-Mitglied und einfacher Bürger dieses Landes stellt sich dabei für mich natürlich die Frage, wie unbequeme Themen so an die Menschen herangetragen werden können, dass sie für die Vielen nicht als Bedrohung ihrer persönlichen Freiheit erscheinen. Denn ich denke, dass genau hier einige der Knackpunkte für die durchaus krachende Niederlage liegen. Wir hatten großartige Inhalte, untermauert von einem exakten, vollständigen Programm, das früh verfügbar war. Und dennoch ergab eine Umfrage, dass wir nicht u.a. nicht wie erhofft gewählt worden seien, weil wir angeblich keine Inhalte geliefert hätten.

Kurze Analyse der Umstände

Ich denke, gerade der zuletzt benannte Punkt ist nicht minder auf einen Wahlkampf zurückzuführen, der außer dreckiger Wäsche und Polarisierung auf Verfehlungen von Laschet, Baerbock und Scholz nicht viel zu bieten hatte. Als moralisches Korrektiv hatte sich DIE LINKE soweit möglich aus allen Anfeindungsorgien von AfD bis CSU heraus gehalten und versucht mit Inhalten zu punkten. Das war – nix – aus (fast) gutem Grund.

Natürlich kann ich nicht für alle anderen Mitglieder dieser großartigen Partei sprechen, dennoch bin ich der Überzeugung, dass viele überwältigend positives Feedback bei Infoständen und anderen Veranstaltungen bekommen hatten und die Erwartungshaltung entsprechend bis zur ersten Hochrechnung am Wahlsonntag Bestand hatte. So viele Menschen wie gefühlt selten gaben uns ganz klar mit auf den Weg: „Genau das!“
Viele gaben ihre Zweitstimme der SPD oder den Grünen, um sicherzustellen, dass die CDU nicht erneut in den Genuss des Regierungsauftrags kommen möge. Und bei vielen, um sicherzustellen, dass dann Rot-Grün-Rot möglich würde. Fatal – denn genau diese Stimmen fehlen letztendlich der LINKEN, um R2G zu ermöglichen. „Taktisch“ wählen geht tatsächlich regelmäßig in die Hose. Vor allem dann, wenn die „Taktik“ keine klare Alternative vorgibt, sondern verschiedene Möglichkeiten offen lässt. Perfektes Beispiel: Die Direktkandidaten-Stimmen im Rheingau-Taunus-Kreis.

Taktieren taktisch unklug

Hier wurden Stimmen munter für Frau Lührmann und Herrn Rabanus abgegeben, schlicht, um den rechtsradikalen CDU und WerteUnion-Kameraden Willsch zu entthronen. Letztlich verteilten sich so viele Zweitstimmen auf SPD und Grüne, dass Willsch doch den Einzug in den Bundestag feiern und sein Gift dort weiterhin verspritzen darf.

Wir ziehen unsere Konsequenzen

Doch all das soll nicht vor einem hinwegtäuschen: Die Partei hat den Hebel nicht angesetzt bekommen und anstatt das ausgemachte Ziel „zweistellig“ nicht einmal 5 % geholt.
Trotz alledem bin ich zuversichtlich. Denn in Zeiten wie diesen zeigt sich regelmäßig, wer zu zuverlässigem Miteinander, zu konstruktivem Arbeiten und zu einem Aufbruch in der Lage ist. Querschläger und öffentlich alles Infragestellende outen sich zurzeit im Stundentakt. Gleichzeitig, in noch höherem Takt, merken viele Menschen, dass DIE LINKE in einer Sackgasse steckt und wollen mit Beitritten helfen, die Kehrtwende zu schaffen. Fatalismus ist jedenfalls in der aktuellen Situation völlig fehl am Platze. Und eine Schockstarre wird es nicht geben. Immerhin haben wir von knapp 5 % der Menschen dieses Landes einen Auftrag bekommen und genau dem werden wir nachkommen.

Da ist es auch nur halb so schlimm, dass die Lokalpresse in ihrem Newsletter unseren Kreisverband als ignorierenswertes Furunkel am Allerwertesten diffamiert und DIE LINKE einmal mehr mit der AfD in eine Schublade steckt. Von einem CDU-treuen Tageblatt erwarte ich insgeheim tatsächlich nicht viel mehr als genau das.
Langer Rede kurzer Sinn: Der Kreisverband Rheingau Taunus wird sich noch morgen zusammenfinden, um über Perspektiven und Pläne reden, wie auch um zu analysieren, was geändert werden kann und muss.

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