Mit Nationalisten kann ich mich nicht anfreunden. Auch nicht, wenn sie sich als „links“ definieren. Meine Solidarität mit dem Busenfreund Oskars Lafontaines und Sarah Wagenknechts, Mélenchon in Frankreich, hält sich da arg in Grenzen.

Natürlich, gerade in Krisenzeiten zieht protektionistischer Populismus in alle Richtungen. Ob links, rechts oder liberal (mit seinem grundsätzlichen Zug nach rechts) – Nationalisten sind immer eine Gefahr.

Das Problem dabei: Woher sie auch kommen, Nationalisten bauen gefährliche Personenkulte auf und propagieren eine Identität mit etwas, das bloß dadurch existiert, dass man es permanent ausspricht und wie ein Damoklesschwert über die Gesellschaft aufhängt. Nationalität, eine willkürliche und zufällige Größe, soll Menschen hinter sich vereinen und Ihnen durch das bloße Wedeln mit Fahnen ein Gefühl des Zusammenhalts – viel mehr aber, der Überlegenheit gegen über anderen und auch ein Gefühl der Übervorteilung durch andere geben. Viel zu leicht driften nationalistische Bewegung in den Sog von Opfermythen ab.

Nein, Nationalismus ist ein Geschwür und lässt jegliche progressive Strömungen und Bewegungen degenerieren. Wo Nationalismus ist, ist Konservatismus, ist Protektionismus. Auch der Weg zu Sozialdarwinismus oder zumindest Sozialchauvinismus sind da auch nicht mehr weit.

Am Beispiel Frankreich, dass zum Glück Marine Le Pen vorerst in den Wind geschickt hat, sieht man deutlich, wie sich jemand einen Personenkult im linken Spektrum aufgebaut und alle wirklich progressiven Player wie z. B. Philippe Poutou – Gewerkschafter und Arbeiter in einer Autofabrik – verdrängt hat.

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