Müll im Wald - eine achtlos weggeworfene Zigarettenschachtel

Im Rahmen des Portals „Gestalte Taunusstein“ kam kürzlich die folgende Fragestellung auf:

Wie kommen wir allgemein zu mehr Sensibilität beim Thema Müll? Was muss passieren, damit überhaupt erst kein Müll in den Wald und die Felder gebracht wird? Mehr Aufklärung? Mehr Anreize? Mehr gemeinsame Aktionen?

Julia Lupp & Benjamin Fritsch, 9.3.2022

Mülleimer sind nur kleiner Teil der Lösung

Mülleimer sind schön und gut, lösen aber keine Probleme. Zu selten geleerte Mülleimer schaffen m. E. sogar noch ein anderes Problem: Menschen werfen ihren Unrat vor oder neben überfüllte Mülleimer und haben kein schlechtes Gewissen dabei – weil sie ja grundsätzlich den Plan hatten, den Mülleimer zu benutzen. Es gibt Kommunen, da haben sich viele Müllprobleme erledigt, weil es einfach keine Mülleimer mehr gab und die Leute ihren Kram eben mit heim nehmen mussten – was auch nicht zu viel verlangt ist.

Meine Jungs und ich machen öfter Touren durch die Stadt und die Wälder und sammeln Müll ein. Teilweise kommt da auch mal ein voller 80 Liter Müllsack mit zurück von der Tour. Das ist Müll, der dort nicht abgeschmissen wird, weil es keine oder zu wenige Mülleimer gibt. Letzten Endes fehlt vielen der Bezug zu Umfeld und Umwelt, Natur und was das macht. Denn im Grunde hinterlassen alle „nur ein bisschen Müll“ – und sind sich nicht bewusst darüber, dass sich das alles summiert.

Idee: Einmal großflächiges „Reinemachen“ und zentrales Sammeln des Mülls, um das auf Bild festzuhalten und zu analysieren. Danach an zentralen Plätzen eine gut sichtbare Hinweistafel anbringen, auf der das „Gesamtbild“ sowie Daten zu Art, Gesamtgewicht und jeweilige Gefahr des Mülls ersichtlich werden. Das könnte zu etwas mehr Sensibilisierung führen. Vor allem, weil es kein Müll von sonst wo und sonst wem ist, sondern von hier, von „uns“.

Anreize für mehr Rücksichtnahme

Ein Anreiz zum Mitmachen bei einer solchen Aktion könnte ja z. B. auch sein, dass die Stadt Taunusstein allen Mitmachenden ein Jahr lang die Bücherei-Gebühr subventioniert – Bildung schadet bekanntlich nie.

Zur Kommunikation hinsichtlich Müllproblemen wäre es meines Erachten auch wichtig, die Kommunikation nicht immer wieder auf die bösen Jugendlichen zu beschränken. Bei meinen Sammel-Touren finde ich da sehr häufig Müll, den Jugendliche eher selten mit sich herumschleppen – zum Beispiel Packungen von Baby-Feuchttüchern oder Ähnliches. Die Adressierung muss alle betreffen.

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