Koloniale Raubkunst: Raubkunst aus der deutschen Kolonialgeschichte zurückgeben?

Ob afrikanische Länder vielleicht sogar stolz darauf seien, dass wir in Deutschland ihre Kulturgüter in Museen zur Schau stellen, wird immer wieder in die Diskussion geworfen. Darauf lautet die Antwort schlicht: Nein, sie sind nicht stolz darauf.

Viele Länder in Afrika hätten ein großes Interesse daran, Symbole und Belege ihrer Vergangenheit und Kultur selbst auszustellen – es herrscht häufig ein Vakuum an Identifikation. Gleichzeitig finden sich noch heute in den entsprechenden Ländern (z.B. Namibia und Tansania) an vielen Stellen Symbole der Unterdrückung, Ausbeutung und Erniedrigung durch Deutsche. Das Gefühl, keine eigene Identität zu haben, gepaart mit der dauerhaften Existenz einer sich selbst überhöhenden und andere unterdrückenden Kultur sind Gift für die Emanzipation einer Gesellschaft.

Beispiel Tansania:
Journalist und Dozent Charkes Kayuka erklärte: „Der Kolonialismus hat uns unsere Menschlichkeit genommen. Afrikaner wurden nicht nur ausgebeutet, unterdrückt und physisch gefoltert. Der Kolonialismus hat uns auch unser Selbstvertrauen genommen. Menschen aus Deutsch-Ostafrika wurden nach Europa verschleppt und in Zirkusshows vorgeführt wie Tiere. Aber viele Afrikaner glauben noch heute, dass uns diese Kultur überlegen sei und dass wir uns ihr unterordnen müssen. Wir leben weiter so, als seien wir immer noch kolonisiert. Dabei ist es längst Zeit, unsere gestohlene Identität zu reparieren.“ – Deutschland-Funk.

Ich fordere die sofortige Rückgabe ALLER zu Kolonialzeiten angeeigneten, geraubten und überlassenen Kulturgüter aus deutschen Museen. Auch jener, die zum damaligen Zeitpunkt nicht als solche angesehen wurden. Ausnahmslos alle Güter, schon, um eine weitere Verschleppung der Rückgabe durch den deutschen Bürokratie-Apparat zu minimieren. Neben der Rückgabe muss eine absolute Anerkennung der Verbrechen Deutschlands inklusive Reparationen und auf Wunsch Beseitigung aller Relikte der Kolonialzeit erfolgen.

Gleichzeit ist das Deutsche Reich als das zu benennen, was es war: Ein rassistisch-imperialistischer, antisemitischer Unterdrückerstaat. Alle Symbole müssen aus dem Alltag verschwinden, deren öffentliches Tragen zur Straftat erklärt werden.

Auch muss die Verherrlichung und Verklärung kolonialer Akteure in Form von Straßennamen enden.

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