Sehr geehrter Herr Zehner,

auch wenn Ihre MitarbeiterInnen bei dem gemeinsamen Ortstermin am 26. Juli Einsicht zeigten, dass bei der radikalen Fällung an der Kleinen Dresdener Straße ein Fehler – insbesondere hinsichtlich des Umsetzungszeitpunktes – gemacht wurde, ist es für uns als BUND Taunusstein nicht nachvollziehbar, weshalb kein ökologischer Ausgleich seitens der Stadt als Verursacher bzw. Auftraggeber für den entstandenen Schaden vorgesehen ist? Alleine die Zusage, bei zukünftigen Maßnahmen sensibler  vorgehen zu wollen, halten wir nicht für ausreichend!

Nach Aussage des betreuenden Forstamtes hatten die Bäume ein Alter zwischen 60-70 Jahren. Durch deren Beseitigung wurde schlagartig ein relativ ungestörter Lebensraum mit seinem über Jahrzehnten entwickelten Ökosystem zerstört. Ein neuer Waldrand wird dieses nur zum Teil und erst in mehreren Jahren ersetzen können und außerdem anderen Tier- bzw. Pflanzenarten einen Lebensraum bieten, als es bislang der Fall war. Ein Waldrand, der überwiegend Sträucher und kleinere Bäume enthalten wird, kann bspw. Keine Höhlen oder Rindenstrukturen bereitstellen, die  u. a. Unterschlupf für Fledermäuse bieten. Im Umweltbericht zum Bebauungsplan „Kleine Dresdener Straße“ wurde der angrenzende Wald als (Teil-)Lebensraum für verschiedene Vogel- und Fledermausarten beschrieben.

Aus diesem Grund und als Zeichen an die Bevölkerung, dass die Stadt Taunusstein bereit ist, diesen Verlust an Lebensraum auszugleichen, hat der BUND auf dem Ortstermin Vorschläge gemacht, die wir hiermit konkretisieren. Da die Renaturierung eines ehemaligen Moorstandortes (Quellbereich des Lauterbachs am Herzogsweg) ausscheidet, weil es sich um Staatswald handelt und die Stadt somit nicht über die Fläche verfügen kann, schlagen wir die Ausweisung einer Naturwaldzelle von 3-5 ha Größe innerhalb des Stadtwaldes vor. Diese soll bereits Bäume im Alter von 80-100 Jahren enthalten, um u.a. ein entsprechendes Lebensraumpotential für die oben genannten geschädigten Arten aufzuweisen.

Daher bitten wir zu prüfen, ob es in den Bereichen rund um den Altenstein, im Auwald am Kesselbach, am Kloppenheimer Rain (neben Neuhofer Heide) oder am Zugmantel in Orlen eine geeignete Fläche für eine ungestörte natürliche Entwicklung gibt , die in dem genannten Umfang bereitgestellt werden kann.

Bei der Auswahl geeigneter Waldbereiche in den o.g. Gebieten unterstützen wir Sie gerne. Außerdem möchte ich noch einmal unseren Vorschlag zur gemeinsamen Erstellung von „ökologischen Leitlinien für den Taunussteiner “ erwähnen. Durch die Vorgabe fachlich abgestimmter Maßgaben bei der Bewirtschaftung des Stadtwaldes sollen zukünftig Beeinträchtigungen vermieden, aber auch die Qualität des Waldes für Flora und Fauna sowie die Naherholung („Waldbaden“) gefördert werden. Auch hier stehen wir für eine unterstützende Mitarbeit zur Verfügung.

Der BUND Taunusstein freut sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit und Ihre Vorschläge – zum Wohl des Taunussteiner Stadtwaldes!

Im Namen des Vorstands des

BUND Ortsverbands Taunusstein
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.

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