đŸ”ș Volkskrankheit Kapitalismus đŸ”ș

Die Corona-Pandemie offenbart zunehmend das Ungleichgewicht zwischen denen die haben und denen die brauchen – das System Kapitalismus in Reinkultur.

WĂ€hrend der Coronakrise haben sich schnell GrĂ€ben aufgetan, zwischen dem, was richtig ist und dem, was profitabel ist. Die MĂ€rkte haben frĂŒh darauf gedrĂ€ngt, möglichst viel NormalitĂ€t zuzulassen und Öffnungen erstritten und erwirkt. Die Politik, allen voran die Parteien der Oberschicht, CDU und CSU, haben diesem Bestreben den roten Teppich ausgerollt. Einzelne dieser Parteien haben sich als ĂŒberaus kreativ und effizient erwiesen, wenn es darum ging, schnellstmöglich grĂ¶ĂŸtmögliche Profite fĂŒr die eigene Brieftasche zu ermöglichen.

Von Anfang an war Corona nicht nur ein Kampf der Menschen gegen eine gefĂ€hrliche, unberechenbare Krankheit. Vielmehr hat Corona herausgestellt, dass die, die viel haben und Beziehungen haben, zu denen, die noch mehr haben, vor nichts zurĂŒckschrecken, um ihren Bereicherungsbestrebungen gerecht zu werden. Corona war nicht der Auslöser – sondern ein Brennglas, eine Möglichkeit, den Fokus auf eine viel umfangreichere Krankheit als Covid-19 zu legen: Einen Tumor. Den Kapitalismus.

Neoliberaler Tumor spaltet Gesellschaft

Neoliberalen verdanken wir einen Tumor, der die Gesellschaft gleichzeitig lĂ€hmt und spaltet. Wo immer Menschen sich zu Bewegungen und Initiativen zusammenfinden, die das Miteinander und die ZukunftsfĂ€higkeit der Menschen sicherstellen sollen, finden sie einen Bremsklotz, der alles verhindern soll. Zumindest dann, wenn Profit-Interessen davon tangiert werden. Ist der Bremsklotz argumentativ nicht zu setzen, bleibt Neoliberalen nur ein Weg: Zu spalten. Aktuell können wir sehr gut beobachten, wie die spalterisches Fokussierung des neoliberalen Pseudo-Dialogs gegen Klima-Aktivisti und Aktivisti rund um feministische Bewegungen Hochkonjunktur erhĂ€lt. Die grĂ¶ĂŸte Angst großer Investoren, ihren Lobbyisten, sogenannten ArbeitgeberverbĂ€nden und den verlĂ€ngerten politischen Armen ist eine emanzipierte Gesellschaft, die selbstbewusst sagt, was sie erwartet, fĂŒrchtet und ablehnt. Die Linie zwischen Kapitalismus und den Menschen ist gesĂ€umt von Protektoren, die ihre Stiche und Hiebe gezielt setzen. Das jĂŒngste Beispiel: Die Schmutzkampagne des INSM gegen Annalena Baerbock.

Kapitalismus: Ignoranz Par Excellence

Der Kapitalismus macht nicht Halt an ethischen und moralischen Grenzen und schafft es nicht, sich selbst zu mĂ€ĂŸigen. Ohne staatliche Regulierung frisst er sich durch alle Lebensbereiche, ohne RĂŒcksicht auf Verluste. Zur Zeit erleben die Börsen den grĂ¶ĂŸten Boom seit langem. DAX, Dow Jones und andere eilen von Rekord zu Rekord. Sie versuchen sich selbst zu toppen. Nicht zuletzt angefeuert von politischen Entscheidungen in neoliberaler Manier. Eine neue Blase, fĂŒr die alle Menschen in nicht allzu ferner Zukunft die Rechnung zahlen werden. Unter UmstĂ€nden könnte die dann platzende Blase die Wirtschaftskrise von 2008 mit Leichtigkeit in den Schatten stellen.

Höher, weiter, skrupelloser

Gierig frisst das Kapitalinteresse weiter, wie ein Tumor, der seinen eigenen Wirt töten will. Direkt und indirekt sorgt er dabei ungeniert fĂŒr Leid und Tod.

Der Kapitalismus lebt existentiell davon, einzelne Menschen und ganze Bevölkerungsgruppen auszugrenzen. Keine Profite ohne Abgrenzung von Verlieren, kein Besser-Da-Stehen oder die, die schlechter dastehen. Die Existenz kapitalistischer Protagonist:innen besteht immer darin, sich selbst als wertvoller als etwas oder jemand anderes darzustellen. Anders kann er sich nicht am Leben halten. FĂŒr dieses Ziel halten Konservative und Marktradikale an bereits ĂŒberholten Lebenskonzepten fest wie auch an Strukturen, die die maximale Einflussnahme zulassen – und gleichzeitig Anarchismus gewĂ€hrleisten, hinsichtlich staatlicher Zugriffe. Der Markt möchte vollkommen autonom agieren. Dort, wo es ihm nicht gelingt, korrumpiert und instrumentalisiert oder kauft er EntscheidungstrĂ€ger:innen, Institutionen und NGOs. Über die Interessen der SchwĂ€cheren, der Mehrheit, hinweg. Also ĂŒber deine und meine. Besteht eine Gegenstimmung, werden die Ziele hinter ideologisierten emitionalisierten Debatten versteckt. Beispielsweise das Tempolimit auf deutschen Autobahnen, vor dem sich der Markt fĂŒrchtet, weil es das Interesse an PS-Monstern negativ beeinflussen könnte. Die Autolobby ist schwer aktiv. Es geht dabei also nicht um ökonomische Gesichtspunkte, sondern um ganz profanen Protektionismus. Um eine Grenze – zwischen oben und unten. Zwischen Aktienkursen und Menschenleben.

Kapitalismus ist immer nach rechts offen

Diese Grundeinstellung, dieses Prozedere, ist eng verzahnt mit rechtem Gedankengut und faschistischer Eliten-Hörigkeit. Es werden Personenkulte kreiert oder erfunden Ideale platziert – durch permanente propagandaartige Wiederholung.

Essentiell bleibt dabei Diskriminierung, die bis hin zu Hass eine Folge der kapitalistischen Erkrankung ist, die sich selbst nĂ€hrt, durch das SĂ€en von Neid und Missgunst. Wie eine sich selbst erfĂŒllende Prophezeiung, versuchen uns sowohl Rechtspopulisten wie auch Kapitalisten Lösungen fĂŒr Probleme zu liefern, die es nur durch sie gibt. Der NĂ€hrboden des kapitalistischen Tumors war niemals humanitĂ€res Interesse, niemals der Gedanke daran, etwas zum Positiven im Sinne der Menschen zu Ă€ndern. Profit-Maximierung ist das einzige Ziel.

Das moralzersetzende System dahinter braucht die UnterdrĂŒckung und Ausbeutung SchwĂ€cherer so sehr, wie das Leben auf dieser Welt die Luft zum Atmen.

Einzelne Menschen, die Ideen und Visionen hatten, fĂŒr eine bessere, lebenswerte Welt, wurden schnell von Vertretern des Kapitalismus korrumpiert oder gar verhindert. Allzu viele Erkenntnisse und Entdeckungen der Menschheit werden fĂŒr KriegsgerĂ€t instrumentalisiert, anstatt sie dem Zweck der Befriedung und des Gemeinwohls nutzbar zu machen.

Im alltÀglichen Leben sind die Auswirkungen auf einzelne Menschen schnell erkennbar.

Die Symptome dieser lange verklÀrten Volkskrankheit:

Arbeitslosigkeit
Armut, Obdachlosigkeit, Hunger, OhnmachtsgefĂŒhle,
Selbstzweifel, IdentitÀtsverlust,
stÀndige Ruhelosigkeit.

Kapitalismus ĂŒberwinden heißt Leben retten!

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